Arachnophobie/Therapie
Arachnophobie – Angst vor Spinnen
Hilfe, eine Spinne! Manche Menschen bekommen beim Anblick einer Spinne regelrecht Panik. Das ist nicht gespielt und eine ernst zu nehmende Angststörung.
Woher kommt die Angst?
Die Angst vor Spinnen, auch Arachnophobie genannt, gehört zu den spezifischen Phobien. Die Betroffenen haben also Angst vor einer bestimmten Sache – in diesem Fall vor einer Spinne. Sie reagieren bei dem Anblick oder allein dem Gedanken daran panisch.
Die Arachnophobie ist die weltweit am meisten verbreitete spezifische Phobie, es gibt also viele Betroffene.
Woher aber kommt diese Angst vor den langbeinigen Krabblern? Dass eine Spinne einen Menschen angreift, passiert so gut wie nie. Und selbst wenn – die hier heimischen Arten könnten niemandem ernsthaft schaden.
Die in der Zimmerecke friedlich hockende Spinne wird dennoch von einigen als lebensbedrohliches Monster angesehen. Wissenschaftler haben verschiedene Theorien dafür. Die genaue Ursache für die Arachnophobie ist aber noch nicht endgültig geklärt.
Warum ängstigen sich Menschen vor Spinnen?
- Theorie 1: Ein evolutionsbiologischer Ansatz geht davon aus, dass unsere frühen Vorfahren mit gefährlichen Spinnen zu tun hatten – sie mussten sich also in Acht nehmen. Diese Vorsicht könnte über Generationen vererbt worden sein.
- Theorie 2: Manche Forscher vermuten, dass die Fortbewegungsart der Spinnen die Panik auslöst: Spinnen machen keine Geräusche, bewegen sich sehr schnell und unvorhersehbar und können auf Menschen klettern. Für Spinnenphobiker ein furchtbarer Gedanke.
- Theorie 3: Die dritte und von Psychologen favorisierte Theorie ist das Modelllernen. "Kinder lernen durch das Verhalten ihrer Eltern: Oh, eine Spinne, da muss man aufpassen, die ist eklig! Das hält sich oft bis ins Erwachsenenalter und wird schlimmstenfalls zur Phobie.
In den Keller gehe ich nicht!
Die Ausprägungen der Arachnophobie sind sehr unterschiedlich. Manch einer bekommt einfach Herzrasen, wenn er eine Spinne sieht, und will diese auf keinen Fall anfassen.
Andere fürchten sich so sehr, dass ihre Lebensqualität dadurch eingeschränkt ist. Sie gehen nicht mehr in den Keller, meiden den Balkon, die Garage, den Garten, schliesslich könnte überall eine Spinne lauern.
Ob eine Spinnenphobie behandelt werden sollte, hängt von zwei Kriterien ab: Wie stark sind die Betroffenen dadurch im Alltag eingeschränkt? Und wie sehr leiden sie unter ihrer Angst?
Ein bewusster Umgang ist die beste Prävention
Damit eine Arachnophobie gar nicht erst entsteht, sind vor allem die Eltern gefragt. Sie sollten ihren Kindern vermitteln, dass Spinnen ein Teil der Natur und nicht gefährlich sind.
Wichtig ist, dass Eltern keine Vermeidung vorleben, sie sollten vor den Kindern nicht panisch reagieren und souverän mit der Situation und der Spinne umgehen.
Es hilft, sich intensiv mit der Spinne zu beschäftigen, sich Informationen über diese Tiere zu holen und vielleicht sogar im Gras gemeinsam nach ihnen zu suchen. Ein solcher natürlicher, bewusster Umgang ist die beste Präventionsmassnahme.
Die Angst vor Spinnen lässt sich besiegen
Wer sich entschließt, sich helfen zu lassen, hat große Chancen, sich von der Panik befreien zu können. Die Konfrontationstherapie ist eine sehr erfolgreiche Methode, meist genügen schon wenige Sitzungen, um den Betroffenen zu helfen.
Anfangs wird über die Spinne gesprochen, der Therapeut schaut gemeinsam mit dem Phobiker Bilder und Filme an. Dann beginnt die räumliche Annäherung an die Spinne. So lange, bis der Ängstliche sich traut, das Tier zu berühren. Wobei das nicht immer nötig ist.
Zu Beginn der Therapie wird mit dem Patienten geklärt, welches Ziel er hat. Will er eine Spinne wirklich anfassen können oder reicht es ihm schon, wenn er entspannt in einem Raum sitzen kann, in dem eine Spinne an der Wand entlang läuft?
Interesse geweckt: Spinne aus der Nähe betrachten oder sogar anfassen?
Für Terminvereinbarungen meldet euch bitte über die Kontaktseite.
Kosten: 50.– für eine 60-minütige Konfrontation mit einer Spinne.

