Über Skorpionen

Leiurus macroctenus


Steckbrief


Skorpion


Grösse


bis 21 cm

Geschwindigkeit


bis 19 km/h


Gewicht


10-100 g


Lebensdauer


4-25 Jahre


Ernährung


Tausendfüsser, Spitzmäuse, Eulen, Fledermäuse


Feinde


Nager, Vögel, Echsen


Lebensraum


Weltweit (ausser Antarktis)


Ordnung


Gliederfüsser


Familie


Skorpione


Wissenschaftlicher Name


Scorpiones


Merkmale


Langer Giftstachel am Schwanz, zwei Zangen


Längster, kürzester und schwerster Skorpion


Der grösste Skorpion ist der Rötliche Spaltenskorpion Hadogenes troglodytes mit bis zu 21 cm Länge. Der kleinste gehört zur Skorpion-Familie der Buthidae und heißt Microbuthus pusillus. Er wird nur 6,5 mm lang. Der schwerste Skorpion bringt stattliche 60 g auf die Waage und ist der bis zu 18 cm lange Kaiserskorpion aus Afrika.


Insekt oder Spinne?


Skorpione sind keine Insekten, sondern gehören zur Klasse der Spinnentiere.



Muss ich Angst vor Skorpionen haben?


In Europa sind Skorpione für gewöhnlich nicht besonders giftig. Solltest du das seltene Glück haben, tatsächlich mal eines dieser nachtaktiven Spinnentiere zu sehen, dann komm ihm aber besser nicht zu nahe.


Sein Stich ist nicht lebensgefährlich, tut aber ebenso weh wie ein Bienen- oder Wespenstich. Skorpione, die für den Menschen gefährlich werden können, leben hauptsächlich in Nordafrika, dem Nahen Osten und in Mittel- bzw. Südamerika.


Skorpionarten


Es gibt 1.400 Skorpionarten. Rund 2.000 warten noch darauf, genau klassifiziert zu werden. Nur 40 bis 50 Arten haben ausreichend Gift, um einen Menschen zu töten.


Viele Augen und dennoch eine blinde Nuss


Am Vorderkörper haben Skorpione zwei Augen und 2-5 Augen auf jeder Seite. Doch gut sehen kann der Skorpion nicht. Er nimmt nur Bewegungen sowie die Unterschiede zwischen hell und dunkel wahr.


Skorpione leuchten im Dunkeln


Angst vor Skorpionen? Mach eine Lampe mit ultraviolettem Licht an! Skorpione haben einen so genannten „fluoreszierenden“ Stoff in sich, der im Dunkeln leuchtet. So kann man sie schnell ausfindig machen.



Babys an Bord


Skorpion-Babys sehen genauso aus wie erwachsene Skorpione, nur eben sehr klein und sehr hell. Und sie können noch nicht zustechen.


Sobald sie geschlüpft sind, krabbeln die kleinen Racker sofort auf den Rücken ihrer Mutter, wo sie bis zur ersten Häutung die Füße baumeln lassen.


Manchmal geht das ganze in die Hose, denn wenn die Mutter kein Futter findet, passiert es schon mal, dass sie vor Hunger ihre eigenen Kids verspeist.


Wie jagen Skorpione?


"Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt 'ne kleine Wanze …" oder "... liegt ein kleiner Skorpion in seiner Höhle". Die meisten Skorpione warten mit offenen Zangen und aufgestelltem Schwanz darauf, dass ihre Beute vorbeischlendert. Nur ein paar Skorpione sind da etwas aktiver: Sie pirschen sich an oder heben sogar Fallgruben aus!


Wie essen Skorpione?


Das Futter wird mit Hilfe von biochemischen Prozessen „zermatscht“. Enzyme (= Eiweiße) werden in die Beute gespritzt, die dann alles innerhalb kurzer Zeit zu einer flüssigen Masse zersetzen. Die kann der Skorpion dann genüsslich schlürfen.



45 verschiedene Gifte


Skorpione stimmen ihr Gift auf den jeweiligen Lieblings-“Snack“ ab. Manche Gifte wirken besonders gut bei Insekten, andere bei Krustentieren und wieder andere bei wirbellosen Tieren.


Bei Erdmännchen und Stachelschweinen ist aber jeder Versuch vergebens: Sie sind entweder immun (= unempfindlich) oder resistent (= wiederstandsfähig) gegen Skorpion-Gift.



Gift der Skorpionen


Skorpiongifte, E scorpion poisons,von Skorpionen gebildete giftige Sekrete, die in einzelnen Fällen auch für Menschen gefährlich sein können. Skorpiongifte sind ein Gemisch aus neurotoxisch wirkenden Polypeptid-Toxinen, den Scorpaminen, die entweder aus weniger als 40 oder aus 60-70 meist basischen und aromatischen Aminosäuren bestehen. Daneben werden proteolytische und hämatolytische Enzyme (Phospholipasen A, Acetylcholin-Esterasen, Ribonucleasen und Hyaluronidasen) und biogene Amine (Serotonin, Tryptamin und Histamin) gefunden, die jedoch nur eine untergeordnete Rolle im Vergiftungsgeschehen spielen. Hauptangriffspunkt dieser Neurotoxine ist der Natriumkanal in erregbaren Membranen. Die α-Toxine der Skorpionarten der alten Welt (Androctonus australis, Leiurus quinquestriatus) bewirken eine Dauererregung des Kanals, der sich nach dem Öffnen nicht wieder schließt ( siehe Zusatzinfo ). Andere Toxine verhindern oder verzögern das Öffnen des Kanals und blockieren damit die Fortleitung der Erregung (β-Toxine der Arten der neuen Welt, z.B. Centruroides sculpturatus). γ-Toxin aus dem Gift des brasilianischen Skorpions Tityus serrulatus verzögert sowohl das Öffnen des Kanals als auch sein Schließen, wenn er bereits geöffnet ist. Andere Gifte, die nur in sehr geringer Konzentration vorkommen, wie das Noxiustoxin (aus dem Gift von Centrurius noxius) und das Charybdotoxin (aus dem Gift von Leiurus quinquestratus) hemmen mit hoher Spezifität Kaliumkanäle. Bei der Vergiftung bewirken vor allem die für den Natriumkanal spezifischen Toxine eine Reihe von sehr komplexen Symptomen, wie die Ausschüttung von Neurotransmittern (u.a. Catecholamine) und damit verbundene Folgeerscheinungen wie Hypertonie, Tachykardie, Lungenödem und Stoffwechselentgleisungen (Hyperglykämie, Hyperkaliämie). – Die meisten Skorpionstiche sind beim Erwachsenen relativ leichter Natur, also lediglich schmerzhaft und nicht lebensbedrohend, und bedürfen keiner Behandlung. Schwere Vergiftungen führen zu einem komplexen Vergiftungsbild mit Abdominalkrämpfen, Kreislaufproblemen, Herzbeschwerden und massivem Lungenödem. In kritischen Fällen sind spezifische Antiseren bei frühzeitiger Anwendung als Gegenmittel erfolgreich. Bei bereits manifesten Kreislaufproblemen und Lungenödem wird eine symptomatische Behandlung mit α-Rezeptoren-Blockern (Prazosin) und Vasodilatatoren (Hydralazin, Nifedipin) empfohlen.


Skorpiongifte


Lqh III, das α-Toxin des Gelben Israelischen Skorpions (Leiurus quinquestriatus hebraeus), wirkt etwa tausendmal stärker auf die Natriumkanäle im peripheren Nervensystem als auf Nervenzellen im Gehirn – eine Eigenschaft, die zur Entwicklung neuartiger Schmerztherapeutika (Schmerz) genutzt werden könnte.


Skorpion-Gerüchte


Es heißt, dass ein Skorpion sich selbst mit seinem Stachel tötet, wenn er von Feuer eingeschlossen ist. Doch das ist Unsinn, denn er ist gegen sein eigenes Gift natürlich immun.


In Afrika sagt man, dass ein toter Skorpion weitere Skorpione anlockt. Auch das gehört in die Gerüchte-Kiste. Die einzelgängerischen Skorpione jagen lebendige (!) Beute und sind nur zur Paarung zusammen mit ihren Artgenossen zu sehen.


Skorpion-Fossilien


Vor 420 Millionen von Jahren lebten Skorpione im Wasser und wurden bis zu 1 m groß.


Skorpion


Kein Futter? Kein Hunger!

Wenn das Futter knapp ist, verlangsamt der Skorpion seinen Stoffwechsel um ein Drittel. Ein einziges Insekt reicht ihm daher aus, um ein ganzes Jahr lang zu überleben.


Wasser brauchen Skorpione allerdings schon. Achtung: Langsamer Stoffwechsel bedeutet nicht langsamer Skorpion! Selbst in diesem Zustand kann er schnell aufspringen und zustechen.


Keine Erde? Kein Skorpion!


Skorpione brauchen lose Erde, in die sie kleine Höhlen graben können. Diese dienen als Verstecke und als Schutz vor Hitze und Kälte. Sollte einmal gerade keine Höhle „zur Hand“ sein, sieht man Skorpione manchmal senkrecht stehen.


So verringern sie den Kontakt zum heißen Boden und können abkühlen. In Städten suchen sich Skorpione Unterschlupf in Häusern, Schuhen und sogar in Betten.


Daheim ist daheim.


Skorpione bleiben ihr Leben lang im selben Gebiet.



Quellen: Tierchenwelt.de, Spektrum.de


Erstellt von Adrian Buchser